Stromwandler

Ein Stromwandler bildet einen hohen Primärstrom in einem festen Verhältnis auf einen kleinen, gefahrlos messbaren Sekundärstrom ab – typisch 1 A oder 5 A. CELSA entwickelt und fertigt Stromwandler am Standort Römerberg: Aufsteck-, Wickel-, Umbau- und Summenstromwandler, Schutzwandler und Rogowski-Spulen.

CELSA Aufsteckstromwandler ALO – alle Baugrößen

Wie ein Stromwandler arbeitet

Der Primärleiter – ein Kabel oder eine Stromschiene – wird durch den Kern des Wandlers geführt oder auf die Primärklemmen geschaltet. Der Wechselstrom erzeugt im Kern ein magnetisches Wechselfeld, das in der Sekundärwicklung einen Strom im Übersetzungsverhältnis induziert. Bei einem Wandler 250/5 A fließen sekundärseitig 5 A, wenn primär 250 A fließen.

Am Sekundärkreis hängen Messgeräte, Energiezähler oder Schutzrelais. Ihr Eigenverbrauch und die Zuleitung bilden die Bürde, die der Wandler mit seiner Nennleistung in VA treiben muss. Ist die Bürde zu groß, geht der Wandler in die Sättigung und misst zu klein.

Wichtig im Betrieb: Der Sekundärkreis eines Stromwandlers darf unter Last nie offen bleiben – an den Klemmen entstehen sonst gefährliche Spannungen. Die ALO- und KALO-Wandler von CELSA haben dafür eine integrierte Kurzschlussbrücke.

Den richtigen Stromwandler auswählen

Fünf Angaben bestimmen die Auswahl. Der Wandler-Finder fragt sie der Reihe nach ab und zeigt die passenden Ausführungen mit Öffnungs- und Außenmaßen.

  • Primärstrom – der Nennstrom des Leiters, möglichst nahe an der tatsächlichen Last. Ein stark überdimensionierter Wandler misst im Teillastbereich ungenauer.
  • Sekundärausgang – 5 A für klassische Messgeräte und kurze Leitungen, 1 A bei längeren Sekundärleitungen, 333 mV für Energiezähler und Monitoringsysteme mit Spannungseingang.
  • Genauigkeitsklasse – 0,2s, 0,5, 1 oder 3. Für Abrechnungszwecke und konformitätsbewertete Messung ist Klasse 0,5 oder besser erforderlich. Mehr dazu →
  • Nennleistung in VA – muss den Eigenverbrauch der Geräte und die Verluste der Sekundärleitung decken. Der VA-Rechner ermittelt den Bedarf aus Kabellänge und Querschnitt. Mehr dazu →
  • Leiter und Bauraum – Kabeldurchmesser oder Schienenmaß bestimmen die Fensteröffnung; Montage auf Hutschiene, Stromschiene oder direkt am Kabel.

Normen, Qualität und Fertigung

CELSA Stromwandler werden nach IEC 61869 Teil 1 und 2 sowie DIN EN 42600 gefertigt und sind in den Genauigkeitsklassen 0,2s, 0,5, 1 und 3 erhältlich. Ein Teil der Baureihen ist für die amtliche Eichung beziehungsweise konformitätsbewertete Messung zugelassen.

Das Gehäuse besteht aus selbstverlöschendem Polycarbonat V0 nach UL 94. Entwicklung, Wicklung und Prüfung finden am Standort Römerberg statt – jede Ausführung ist als Variante mit Artikelnummer, Datenblatt und Maßzeichnung hinterlegt. Individuelle Fertigung nach Kundenanforderung ist möglich.

Häufige Fragen zu Stromwandlern

Was bedeutet die Angabe 250/5 A bei einem Stromwandler?

Das Übersetzungsverhältnis: Bei 250 A im Primärleiter fließen 5 A im Sekundärkreis. Angeschlossene Messgeräte und Zähler rechnen mit diesem Verhältnis auf den Primärstrom zurück.

Welche Genauigkeitsklasse brauche ich?

Abrechnungsrelevante und konformitätsbewertete Messung verlangt Klasse 0,5 oder 0,2s mit dafür zugelassenen Wandlern; für reine Anzeige- und Überwachungsaufgaben genügt meist Klasse 1 oder 3. Der Klassenvergleich zeigt die Fehlergrenzen je Klasse.

Was unterscheidet Messwandler und Schutzstromwandler?

Messwandler gehen oberhalb ihres Gebrauchsbereichs möglichst rasch in die Sättigung und schützen so die angeschlossenen Geräte. Schutzstromwandler sättigen weit außerhalb, damit auch Kurzschlussströme korrekt an das Schutzrelais übertragen werden.

Kann ich einen Stromwandler nachrüsten, ohne die Anlage abzuschalten?

Ja – mit teilbaren Umbau-Stromwandlern (KALO) oder Kabelumbau-Wandlern. Der Kern wird geöffnet, um den Leiter gelegt und wieder verrastet; der Primärstromkreis bleibt geschlossen.

Wie viel VA Nennleistung braucht mein Stromwandler?

So viel, wie Eigenverbrauch der Geräte plus Verluste der Sekundärleitung ergeben – und nicht wesentlich mehr, sonst leidet die Genauigkeit. Der VA-Rechner ermittelt den Wert aus Kabellänge, Querschnitt und den angeschlossenen Geräten.

Wann ist eine Rogowski-Spule die bessere Wahl?

Bei sehr hohen Strömen, großen Leiterdurchmessern oder wenn kein Platz für einen Kern ist. Die flexible Spule hat keinen Sättigungseffekt und lässt sich ohne Unterbrechung des Stromkreises anlegen; sie liefert ein Spannungssignal für Geräte mit Rogowski-Eingang.

Unsicher, welcher Stromwandler passt? Wir beraten Sie – oder Sie lassen sich vom Wandler-Finder führen.