Stromwandler anschließen: Schaltplan und Schritte
Ein Stromwandler wird mit zwei Seiten angeschlossen: primär sitzt er auf dem Leiter, sekundär führen zwei Leitungen von S1 und S2 zum Messgerät. Vier Regeln entscheiden über eine richtige und sichere Messung – Einbaurichtung, Sekundärverdrahtung, Erdung an einem Punkt und das Kurzschließen vor jedem Öffnen des Sekundärkreises.
Der Schaltplan zeigt einen Stromwandler 250/5 A an einem Messgerät. Die Schritte darunter erklären, worauf es beim Anschluss ankommt, und verlinken auf die passenden Wandler und den VA-Rechner.
Schritt 1: Einbaurichtung: P1 zur Netzseite
Primärseitig trägt jeder Stromwandler die Kennzeichnung P1 und P2 (früher K und L). Er wird so montiert, dass P1 zur Einspeisung und P2 zum Verbraucher zeigt – der Strom fließt dann von P1 nach P2.
Für die Anzeige eines Amperemeters spielt die Richtung keine Rolle. Bei Energiezählern, Leistungsmessgeräten und Messumformern bestimmt sie das Vorzeichen: Ein verkehrt herum eingebauter Wandler lässt Bezug als Lieferung erscheinen.
Schritt 2: S1 und S2 mit dem Messgerät verbinden
Die Sekundärklemmen S1 und S2 (früher k und l) werden mit dem Strompfad des Messgeräts verbunden, bei einem Energiezähler mit dem Stromeingang der zugehörigen Phase. Bei Drehstrom bekommt jede Phase ihren eigenen Wandler; Wandler, Strompfad und Spannungspfad müssen zur selben Phase gehören.
Länge und Querschnitt der Sekundärleitung bestimmen die Bürde. Bei 5 A Sekundärstrom, 5 m einfacher Leitungslänge und 2,5 mm² Kupfer fallen in der Leitung 1,78 VA an, bei 1 A Sekundärstrom nur 0,07 VA. Der VA-Rechner addiert dazu den Eigenverbrauch der Messgeräte und schlägt die passende Nennleistung vor.
Schritt 3: Sekundärkreis an genau einem Punkt erden
Wird der Sekundärkreis geerdet, dann an genau einer Stelle – an S1 oder an S2, je nach Vorgabe des Netzbetreibers, der Technischen Anschlussbedingungen oder der Planung. Eine zweite Erdung bildet eine Schleife, über die Ausgleichsströme fließen und die Messung verfälschen.
Das gilt auch, wenn mehrere Wandler auf ein Messgerät geführt werden, etwa über einen Summenstromwandler: ein Sekundärkreis, ein Erdungspunkt.
Schritt 4: Vor dem Öffnen kurzschließen
Fließt primär Strom, darf der Sekundärkreis nie offen sein: Der Wandler treibt seinen Strom weiter, und an offenen Klemmen entstehen gefährlich hohe Spannungen. Bevor ein Messgerät abgeklemmt oder getauscht wird, werden S1 und S2 kurzgeschlossen.
Klassisch übernimmt das eine Wandlertrennklemme im Sekundärkreis. Bei den Aufsteckstromwandlern ALO und ALO-E, den Klapp-Stromwandlern KALO und den Wickelstromwandlern WALO sitzt die Kurzschlussbrücke im Drehdeckel: Deckel drehen, der Wandler ist kurzgeschlossen – die Wandlertrennklemme entfällt. Schutzstromwandler haben dafür Doppel-Sekundärklemmen.
Schritt 5: Kurzschluss aufheben und Anzeige prüfen
Erst wenn das Messgerät angeschlossen ist, wird der Kurzschluss aufgehoben: Drehdeckel zurückdrehen oder Trennklemme öffnen. Am Messgerät wird die Übersetzung des Wandlers eingestellt, zum Beispiel 250/5 A – bei 200 A im Leiter fließen sekundär 4 A, das Messgerät zeigt 200 A.
Zeigt ein Energiezähler in einer Phase negative Leistung, sind bei diesem Wandler P1/P2 oder S1/S2 vertauscht oder Strom- und Spannungspfad verschiedenen Phasen zugeordnet.
Typische Anwendungen
- Energiezähler mit Wandleranschluss
- Analoge und digitale Amperemeter
- Messumformer und Energiemonitoring
- Schutzrelais an Schutzstromwandlern
Empfohlene Produkte
FAQ
Wo werden S1 und S2 angeschlossen?
S1 und S2 sind die Sekundärklemmen des Stromwandlers. Sie führen zum Strompfad des Messgeräts – beim Energiezähler zum Stromeingang der Phase, auf der der Wandler sitzt.
Was bedeuten P1, P2, S1 und S2?
P1 und P2 kennzeichnen die Primärseite, S1 und S2 die Sekundärseite. P1 zeigt zur Netzseite. Ältere Wandler sind mit K, L (primär) und k, l (sekundär) beschriftet.
Muss ein Stromwandler geerdet werden?
Ob der Sekundärkreis geerdet wird, geben Netzbetreiber, Anschlussbedingungen oder Planung vor. Wird geerdet, dann an genau einem Punkt – an S1 oder S2, nie an beiden.
Was passiert, wenn der Sekundärkreis offen ist?
Bei fließendem Primärstrom entstehen an den offenen Klemmen gefährlich hohe Spannungen. Deshalb wird der Wandler vor jedem Abklemmen kurzgeschlossen – bei ALO, KALO und WALO über die Kurzschlussbrücke im Drehdeckel.
Welchen Leitungsquerschnitt brauche ich?
Entscheidend ist, dass Leitung, Messgeräte und Kontakte zusammen unter der Nennleistung des Wandlers bleiben. Ein Beispiel: 5 A, 5 m und 2,5 mm² ergeben 1,78 VA Leitungsverlust. Der VA-Rechner rechnet es für Ihre Werte aus.
Warum zeigt mein Energiezähler negative Werte?
Meist ist ein Wandler verkehrt herum montiert (P1/P2), S1 und S2 sind vertauscht oder Strom- und Spannungspfad gehören zu verschiedenen Phasen.