Stromwandler auswählen in 4 Schritten

Vier Angaben entscheiden, welcher Stromwandler passt: der Primärstrom mit dem Sekundärausgang (die Übersetzung), die Bauform für Ihren Leiter, die Genauigkeitsklasse und die Nennleistung in VA für die Bürde. Diese Seite führt in genau dieser Reihenfolge durch die Auswahl.

Alle genannten Bauformen fertigt CELSA selbst am Standort Römerberg nach IEC 61869 – jede Ausführung mit Artikelnummer, Datenblatt und Maßzeichnung. Wer lieber geführt wird, nimmt den Wandler-Finder: Er fragt dieselben Angaben ab und endet bei echten Artikelnummern.

  1. Schritt 1: Primärstrom und Übersetzung festlegen

    Der Primärstrom ist der Nennstrom des Leiters, den Sie messen wollen. Wählen Sie ihn möglichst nahe an der tatsächlichen Last – ein stark überdimensionierter Wandler misst im Teillastbereich ungenauer.

    Der Sekundärausgang richtet sich nach dem angeschlossenen Gerät: 5 A für klassische Messgeräte und kurze Leitungen, 1 A bei längeren Sekundärleitungen, 333 mV für Energiezähler und Monitoringsysteme mit Spannungseingang. Zusammen ergibt das die Übersetzung: Bei einem Wandler 250/5 A fließen sekundär 5 A, wenn primär 250 A fließen.

  2. Schritt 2: Bauform nach Leiter und Einbausituation wählen

    Kabeldurchmesser oder Schienenmaß bestimmen die Fensteröffnung, der Einbauort die Montage – auf Hutschiene, auf der Stromschiene oder direkt am Kabel.

    Neuanlage: Aufsteckstromwandler (ALO) sind die Standardbauform für Niederspannungs-Hauptverteilungen und Schaltschränke, 50/5 A bis 4000/5 A, mit Kurzschlussbrücke im Drehdeckel. Der Leiter wird durch das Fenster geführt, der Stromkreis muss dafür unterbrochen werden.

    Nachrüstung ohne Abschalten: Der Klappwandler KALO (100/5 A bis 3000/5 A, Klasse 0,5) sowie Kabelumbau- und Schienenumbau-Stromwandler werden um den Leiter gelegt; der Primärstromkreis bleibt geschlossen.

    Sonderfälle: Summenstromwandler addieren die Sekundärströme von 2 bis 6 Hauptwandlern für einen gemeinsamen Zähler (SSR für Aufsteck-, SSRK für Kabelumbaustromwandler). Schutzstromwandler sättigen spät, damit Fehlerströme korrekt am Schutzrelais ankommen. Rogowski-Spulen (RALO) eignen sich für sehr hohe Ströme bis 10.000 A und darüber sowie für beengte Einbauorte.

  3. Schritt 3: Genauigkeitsklasse bestimmen

    CELSA Stromwandler gibt es in den Genauigkeitsklassen 0,2s, 0,5, 1 und 3. Abrechnungsrelevante und konformitätsbewertete Messung verlangt Klasse 0,5 oder 0,2s mit dafür zugelassenen Wandlern; für reine Anzeige- und Überwachungsaufgaben genügt meist Klasse 1 oder 3.

    Für die amtliche Eichung gibt es geeichte Aufsteckstromwandler (ALO-E). Der Klassenvergleich zeigt die zulässige Messabweichung und den Fehlwinkel jeder Klasse nach DIN EN 61869-2 – auch im Teillastbereich, wo die Unterschiede am größten sind.

  4. Schritt 4: Bürde und Nennleistung in VA berechnen

    Die Bürde ist alles, was der Wandler im Sekundärkreis treiben muss: der Eigenverbrauch der angeschlossenen Messgeräte, Zähler oder Relais plus die Verluste der Sekundärleitung. Die Nennleistung des Wandlers in VA muss diese Bürde decken und sollte nicht wesentlich darüber liegen, sonst leidet die Genauigkeit.

    Ist die Bürde größer als die Nennleistung, geht der Wandler in die Sättigung und misst zu klein. Der VA-Rechner ermittelt den Bedarf aus Kabellänge, Querschnitt und den angeschlossenen Geräten; der Querschnittsrechner zeigt umgekehrt, welcher Leitungsquerschnitt zur Nennleistung passt.

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FAQ

Welche Angaben brauche ich, um einen Stromwandler auszuwählen?

Vier: den Primärstrom mit dem Sekundärausgang (1 A, 5 A oder 333 mV), die Bauform passend zu Leiter und Einbausituation, die Genauigkeitsklasse und die Nennleistung in VA für die Bürde. Mit diesen Angaben zeigt der Wandler-Finder die passenden CELSA Ausführungen mit Artikelnummer.

1 A oder 5 A Sekundärstrom – was nehme ich?

5 A ist üblich für klassische Messgeräte und kurze Sekundärleitungen. Bei längeren Leitungen ist 1 A die bessere Wahl: Die Leitungsverluste steigen mit dem Quadrat des Stroms, bei 1 A betragen sie ein Fünfundzwanzigstel der Verluste bei 5 A.

Was passiert, wenn der Stromwandler zu groß gewählt ist?

Ein stark überdimensionierter Primärstrom macht die Messung im Teillastbereich ungenauer. Auch eine Nennleistung, die weit über der tatsächlichen Bürde liegt, verschlechtert die Genauigkeit – darum Primärstrom und VA passend zur Anlage wählen.

Welche Genauigkeitsklasse brauche ich für die Abrechnung?

Abrechnungsrelevante und konformitätsbewertete Messung verlangt Klasse 0,5 oder 0,2s mit dafür zugelassenen Wandlern. Für reine Anzeige- und Überwachungsaufgaben genügt meist Klasse 1 oder 3.

Kann ich einen Stromwandler nachrüsten, ohne die Anlage abzuschalten?

Ja – mit dem teilbaren Klappwandler KALO oder mit Kabelumbau- und Schienenumbau-Stromwandlern. Der Kern wird um den Leiter gelegt, der Primärstromkreis bleibt geschlossen.